Du hast es wahrscheinlich schon tausendmal gehört: „Davon kannst du später nicht leben!“, „Du bekommst schon viereckige Augen!“, „Du redest zu viel mit deinen Online-Freunden.“ Aber was wäre, wenn Zocken dir doch auch „etwas bringt?“ Lese hier, was du beim Spielen von Videospielen lernen kannst. (Aber ein bisschen müssen wir auch über die Risiken sprechen.)
Mama, die Wissenschaft sagt, Zocken ist gut für den Lebenslauf
Forscherinnen der Universität Graz in Österreich haben junge Erwachsene zu ihren Gewohnheiten beim Videospielen befragt. Sie wollten wissen, welche Fertigkeiten Gamer und Gamerinnen sich durch ihr Hobby im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch aneignen. Mit ihren Ergebnissen hast du die perfekten Argumente, um dich gegen die Kritik deiner Eltern zu behaupten.
6 Fertigkeiten, die du mit Videospielen trainierst
Deine Reflexe werden schärfer: Schnell reagieren, präzise steuern, Hand-Augen-Koordination übst du ganz nebenbei.
Dein Kopf arbeitet auf Hochtouren: Strategisch denken, Probleme lösen, Dinge im Kopf behalten: Gaming fordert dein Gehirn auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Du lernst den Umgang mit anderen Spielern und Spielerinnen: Ob Teamarbeit, effektive Kommunikation oder der Konfliktmanagement – Zocken mit anderen zwingt dich, mit Meinungsverschiedenheiten klarzukommen.
Du kennst dich mit Medien aus: Du hast den vollen Durchblick – egal ob verschiedene Plattformen, Kanäle oder Geräte.
Du lernst mit Misserfolgen umzugehen: Du musst Niederlagen einstecken, aber machst trotzdem weiter und verlierst deine Ziele nicht aus den Augen.
Du lernst, Ressourcen einzuteilen: Was du im Spiel machen musst, kannst du auch im echten Leben.
Apropos Ressourcen einteilen: Deinen Körper solltest du auch als Ressource verstehen, dessen Reserven bei langem Spielen schrumpfen und wieder aufgeladen werden müssen.
Deswegen ist es sinnvoll, sich Zeitlimits zu setzen – nicht, weil Mama und Papa das sagen – sondern weil du selbst merkst, dass es für heute reicht. Das nennt man auch Zeitmanagement – ein Soft Skill, der dir später im Berufsleben helfen wird.
Was sind eigentlich „Soft Skills“?
Soft Skills sind persönliche Fähigkeiten, die beeinflussen, wie jemand arbeitet, kommuniziert und mit anderen umgeht. Sie sind somit das Gegenstück zu den sogenannten Hard Skills, die fachliches Wissen und technische Fertigkeiten voraussetzen.
Beispiele für Soft Skills sind Kritik- und Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit oder Kreativität. Also Eigenschaften, die du dir in deinem bisherigen Leben angeeignet hast, weil sie dir schon mindestens einmal bei der Bewältigung einer Herausforderung zugutekamen.
Was trainierst du beim Gaming?
Manche Menschen sind einfach geduldig, haben eine schnelle Auffassungsgabe oder können sich gut konzentrieren. Trotzdem machen Freizeitbeschäftigungen hier oft eine Menge aus. Nicht nur Videospiele trainieren deine Soft Skills. Auch Hobbies wie Fußballspielen, Zeichnen, Tanzen oder Lesen sind gut fürs Gehirn.
Fußball stärkt Teamwork, Tanzen fördert die Koordination, Zeichnen schärft Kreativität, Bücher lesen hilft bei der Konzentration. Und Gaming? Fingerfertigkeit, Multitasking, Ausdauer, Frustrationstoleranz und die Fähigkeit, sich Dinge zu merken sind nur einige der Soft Skills, die Videospiele Gamern abverlangen.
Gaming schult die Kommunikationsfähigkeit
Egal, was du einmal machen möchtest, es gibt bestimmte Soft Skills, nach denen jeder Arbeitsgeber sucht. Einige hören sich an wie no-brainer, sind jedoch unabdingbar und oft gar nicht so einfach umzusetzen, wie man denkt. Gamer haben diese Fertigkeiten oft bereits trainiert.
Kommunikationsfähigkeit zum Beispiel. Gamer, die gerne im Multiplayer Modus unterwegs sind, chatten oder videocallen während des Spiels. Nur wenn effektiv miteinander kommuniziert wird, kann gut im Team zusammengearbeitet und Konflikte schnell beigelegt werden. Im Arbeitskontext musst du über verschiedene To-Dos den Überblick behalten und mit deinen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten.
Gaming kann die Hand-Augen-Koordination schulen
Auch eine schnelle Reaktionsfähigkeit, Fingerfertigkeit und Hand-Augen-Koordination wird von vielen Videospielen geschult. Für viele technische oder mechanische Berufe kommen diese motorischen Skills sehr gelegen.
Wenn wir es genau nehmen, müssen sogar Ärztinnen, Ärzte und chirurgisches Personal eine sehr gute Feinmotorik haben. (Du solltest aber auch gut in den Naturwissenschaften sein.)
Strategiespiele schulen dein „schnell im Kopf sein“
Strategiespiele fördern die Merkfähigkeit, strategisches und logisches Denken, sogar manchmal Fremdsprachenkompetenzen und Kopfrechnen. Wenn du dir ein entscheidendes Detail gemerkt hast, das bei der letzten Mission zum Erfolg führte, bist du vielleicht auch im Alltag jemand, dem Kleinigkeiten auffallen.
Welche Fertigkeiten oder Kompetenzen hast du dir durch das Gaming angeeignet?
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Was mit Medien“: Das haben YouTube, PlayStation und Co mit Medienkompetenz zu tun
Was deine Eltern vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben, ist, dass du nicht nur Ahnung von deinem PC, Laptop oder Konsole hast, sondern für dein Hobby verschiedene Kanäle und Plattformen kennengelernt hast, die auch im Alltag oder Berufsleben nützlich sein können.
Denn: Wenn du ein neues Spiel startest, dir ein Mod herunterlädst, auf YouTube recherchierst oder über Discord schreibst – machst du eigentlich gerade ziemlich viele Dinge auf einmal, die ein gewisses Maß an Medienkompetenz erfordern. Und das Beste: Das hat dir niemand wirklich beigebracht.
Tipps für „bewusstes Gaming“
Also, Zocken bringt dir echte Skills – allerdings nur, wenn du selbst das Steuer in der Hand hältst. Wer bewusst spielt, trainiert nicht nur Reaktion, Strategie und Teamwork, sondern auch eine Fähigkeit, die im echten Leben genauso zählt: zu wissen, wann es Zeit ist, den Controller wegzulegen. Schließlich sollte dein mentales und körperliches Wohl an erster Stelle stehen.
Denn hier liegt der Unterschied zwischen Gaming als nützliches Hobby und Gaming als Falle. Schließlich können Videospiele auch süchtig machen. Diese drei Dinge helfen, damit das nicht passiert:
Zeitlimit setzen und einhalten.
Reflektieren, was du lernst.
Bewusst Pausen machen.
Damit beweist du, dass du selbst entscheiden kannst, wie viel Bildschirm dir guttut. Test deine Mediennutzung in unserem Selbsttest, um herauszufinden, ob du darin schon gut bist.
Fazit: Balance als Schlüssel zum Erfolg
Das Spielen von Videospielen kann eine Reihe von Kompetenzen fördern, die einem später im Berufsleben einmal helfen können. Dazu gehören zum Beispiel: Konzentrationsfähigkeit, Multitasking, Fingerfertigkeit und Merkvermögen.
Allerdings ist es wichtig, die Kontrolle zu behalten und sich Grenzen beim Zocken zu setzen. Zu viel Zeit vor dem Bildschirm kann süchtig machen und kognitive Fähigkeiten wiederum einschränken und soziale Kompetenzen sträflich vernachlässigen.
Hältst du dich für einen echten Gaming-Profi? Beweise es uns in unserem Videospiel-Quiz!